28. November 2012

Wollen wir ihn reinlassen?

Wenn man den Wetterfröschen glauben schenken will, dann wird es so sein, dass es am 1. Adventwochenende draußen ganz schön winterlich ist. Die Frage ist: Wollen wir ihn reinlassen – den Winter?


Klar, ist nur eine hypothetische Frage. Er ist ja da. Also was soll´s. Nur für die einen ist er willkommen, da er zu der schönen adventlichen Stimmung passt. Für die, die jeden morgen die Windschutzscheibe frei machen müssen, eher nicht. Beim Winter haben wir also keine Chance, aber bei vielen anderen entscheiden wir uns schon, ob wir sie hereinlassen oder nicht.

Geburtstagsgäste - na klar. Zeugen Jehovas – habe keine Zeit. Überrasschungsgäste – natürlich. Die buckelige Verwandtschaft – kommt darauf an… Verkäufer – ich kauf nichts an der Tür. Paketdienst – eher ja. Gerichtsvollzieher - bei mir gibt es nichts zu holen. Der Tod – heute bitte nicht. Jesus?

Nun wahrscheinlich werden wir ihn ein bisschen hereinlassen. Schließlich ist es ja sein Ehrenfest. Er hat Weihnachten Geburtstag und man ist ja höflich und gut erzogen. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das Jesus nicht reicht. Vielleicht habt ihr ja auch schon solche Partys oder Feste erlebt. Man wurde eingeladen, ist auch hingegangen, aber als man da war, hat man sich gefragt: „Was soll ich hier?“ Denn niemand interessierte sich für einen. Man war nur Beiwerk, Füllmaterial für ein Fest. Bei solchen Gelegenheiten schaut man schnell auf die Uhr und sagt dann irgendwann zu seiner Frau: „Können wir jetzt gehen?“

Ich weiß nicht, aber es kann sein, dass Jesus bei manchen Gelegenheiten und Momenten im Advent und Weihnachten sagt: „Ich geh jetzt lieber. Ich bin gar nicht erwünscht.“ Das wäre eigentlich schade, denn Jesus hat die besten Geschenke für uns immer dabei. Ewiges Leben – da kann der Tod ruhig vor der Tür stehen. Frieden – auch für und mit denen, die ich nicht leiden kann. Sinn im Leben – er braucht mich in seinem Reich. …und einiges mehr. Wie heiße ich nun Jesus in der Adventszeit willkommen? Das können kleine Sachen sein. Ein Gebet am Morgen und/oder Abend. Die Lesung eines Bibeltextes. Taten der Barmherzigkeit an Schwächeren. Zeit für den Anderen haben. Jesus steht vor der Tür – Wollen wir ihn hereinlassen?

Erstellt von Cord Heinemann am 28.11.2012 um 07:57 Uhr.