29. Oktober 2012

Die Kraft, die uns antreibt

Flickr.com/Rinaldo W.
Flickr.com/Rinaldo W.

Manchmal brauche ich Stille. Und da man diese nur selten innerhalb der eigenen vier Wände findet, beschloss ich vor ein paar Tagen meine Suche nach Stille im Wald fortzusetzen.


Dort angekommen fand ich auch ziemlich schnell ein lauschiges Plätzchen zum Innehalten und Durchatmen. Doch als ich begann die Stille zu genießen, bemerkte ich, dass mein ruhiges Plätzchen nicht so still und leise war, wie ich vermutet hatte. Ein rauschendes Brummen drängte sich unnachgiebig in meine Ohren und als ich mich umschaute, identifizierte ich eine Windräder-Kolonie als dessen Verursacher. Nach dem ersten Ärger über die ungewollte Störung akzeptierte ich das Brummen, nicht zuletzt deshalb, weil ich zu faul war, mir ein neues Plätzchen zu suchen. Bedingt durch das fortwährende Brummen, begann ich schließlich über diese Windräder nachzudenken und bemerkte, wie sehr sie uns als Christen ähneln.

Denn diese Windräder können sich nicht von selbst drehen, sondern sie brauchen dazu die Kraft des Windes. Und auch wir brauchen etwas, das uns antreibt. Wir können nicht aus uns selbst heraus Strom erzeugen, der anderen Menschen nützlich ist, sondern wir benötigen dazu erst eine Kraft von außen: die Kraft Gottes. Erst wenn er uns „anpustet“, können wir zum Segen für die Welt werden, können für sie zum Licht werden.

Und noch etwas ist mir deutlich geworden: Genauso, wie die Windräder ihre Rotorblätter ständig neu im Wind ausrichten müssen, um sich weiterdrehen zu können, so ist es auch bei uns Menschen wichtig, dass wir nicht aufhören, uns nach Gott auszurichten.

Elija, ein Mann aus der Bibel, hat Gott begegnen dürfen und erlebte, dass Gottes Gegenwart oftmals nicht aufbrausend und pompös, sondern so wie ein zarter Windhauch sein kann. Doch um diesen Windhauch zu bemerken, müssen wir auch manchmal die bequeme Position unserer Rotorblätter aufgeben und uns neu zu Jesus hin ausrichten. Und manchmal heißt das auch, Gott aus einer ganz anderen Richtung wahrzunehmen, als man das bisher gewohnt war.

Lass dich doch mal überraschen, aus welcher Richtung Jesus dir entgegenweht.

11 Der Herr sagte: »Komm aus der Höhle und tritt auf den Berg vor mich hin! Ich werde an dir vorübergehen!« Da kam ein Sturm, der an der Bergwand rüttelte, dass die Felsbrocken flogen. Aber der Herr war nicht im Sturm. Als der Sturm vorüber war, kam ein starkes Erdbeben. Aber der Herr war nicht im Erdbeben. 12 Als das Beben vorüber war, kam ein loderndes Feuer. Aber der Herr war nicht im Feuer. Als das Feuer vorüber war, kam ein ganz leiser Hauch. 13 Da verhüllte Elija sein Gesicht mit dem Mantel, trat vor und stellte sich in den Eingang der Höhle. Eine Stimme fragte ihn: »Elija, was willst du hier?«

Die Bibel 1. Könige 19, 11-13

Erstellt von Anne Schalling am 29.10.2012 um 18:03 Uhr.