03. April 2016

Über rote Ostereier - Wer bin ich (mit Gott)?

Vor einer Woche war es wieder soweit: die große Ostereier-Suche ging los. Meine ganze Familie streifte durch den Garten und suchte in all den altbekannten Verstecken nach ihren Geschenken. Als ich dann in der letzten Woche eines Morgens eins der Ostereier essen wollte, dachte ich darüber nach, was das eigentlich zu bedeuten hat. Was macht das Osterei so besonders? Was macht es aus? Und dann fiel mir auf, dass ich mir diese Frage auch mal stellen könnte: Was macht mich aus? Wer bin ich? Meine Erkenntnisse werde ich euch hier einmal preisgeben.


Was viele von euch vielleicht noch nicht wissen, ist dass das Ei im Huhn - bis kurz vor dem Legen - nur eine gelbe Dotterkugel, also ziemlich weich und leicht zu beschädigen ist. So ist es auch mit uns Menschen: wenn wir klein sind, sind wir noch ziemlich leicht zu verletzen, weil wir uns noch kein "dickes Fell" angelegt haben. Wenn das Ei dann einmal gelegt ist, sieht es schon etwas anders aus: es hat eine harte, ziemlich stabile Schale. Doch wie wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen hat, kann man diese ohne große Anstrengung aufbrechen und das flüssige Innere des Eis kommt zum Vorschein. Auch hier ist wieder der Vergleich zu uns Menschen möglich: wenn wir mit der "echten" Welt konfrontiert werden, also unsere eigenen Erfahrungen machen, beginnen auch wir, eine harte Schale zu entwickeln, haben aber doch eigentlich alle einen weichen Kern. Und auch wir können durch Druck von außen - egal ob psychisch oder physisch - sehr leicht verletzt werden und zerbrechen. Und: ähnlich wie beim Eier kochen, bei dem sich das Innere des Eis verfestigt, wird unser Inneres auch durch äußere Einflüsse geprägt und verändert.

So weit, so gut: Bis zu diesem Zeitpunkt sind ja alle Eier relativ gleich. Aber was passiert, wenn ein Ei sich jetzt entscheidet, anders zu sein - und zwar rot? Nun ja, erst einmal würde vermutlich kein normaler Mensch ein rotes Ei aus seiner Packung nehmen und essen, denn irgendwie ist das ja schon ziemlich merkwürdig. Doch da gibt es ja noch Ostern! Durch Ostern bekommt dieses rote Ei eine ganz besondere Bedeutung: es ist ein Osterei! Und das gerade, weil es anders ist als all die anderen Eier - oder würdet ihr ein komplett weißes Ei als Osterei annehmen? Durch Ostern, also durch Jesu' Auferstehung, bekommt auch unser Leben eine besondere Bedeutung: wir sind jetzt frei! Und vielleicht müssen wir gerade deshalb anders sein, uns abheben - eben wir das rote Osterei. Das schreibt zum Beispiel auch Paulus in Epheser 4,18: "So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes", denn wir Christen haben einen ganz besonderen Auftrag: Wir sollen Gottes Licht in die Welt bringen. Und das können wir am besten, indem wir Funken sprühen, also unseren Glauben im Alltag zeigen und offen leben, uns von den anderen unterscheiden. Dadurch werden sie viel leichter auf Gott aufmerksam und von seinem Licht angesteckt, als wenn wir uns verstecken! Dabei sollten wir jedoch nicht vergessen, dass wir eben trotz alledem "nur" Eier (bzw. Menschen) sind. Denn wenn man ein Osterei schält und aufschneidet, sieht es wieder ganz genau so aus, wie all die anderen Eier. Der einzige, aber alles entscheidende Unterschied in unserem Leben als Christ ist Gott! Er ist das Salz, was das Osterei erst so richtig lecker macht. Das bedeutet also, nur mit Gott können wir wirklich gut sein. Und dann können wir auch seinen Geschmack an andere weitergeben!

Also - traust du dich, ein rotes Osterei zu sein? Ich möchte es versuchen!

Erstellt von Lisa Krause am 03.04.2016 um 13:00 Uhr.