13. November 2014

Schwach, na klar!

Es ist Herbst geworden. Die Blätter rieseln im Wind langsam von den Bäumen. Es wird kälter und die Menschen ziehen sich mehr und mehr zurück in ihre Häuser wo es wohlig warm ist. Letztens war ich genau aus diesem Grund schnellen Schrittes auf dem Weg rein ins Haus als ich plötzlich erschreckte, weil neben mir etwas raschelte.


Ich blickte hinunter und sah neben mir einen Igel. Er musste genauso überrascht sein wie ich. Angstvoll rollte er sich in sich zusammen. Klar mag ich Igel, weil sie echt niedlich sind. Aber durch die Begegnung neulich wurde mir noch etwas bewusst, was ich unbemerkt liebenswert an den kleinen Kreaturen finde: sie zeigen ungezwungen Schwäche trotz ihres doch guten Schutzfells. In dieser Hinsicht habe ich mir überlegt, wie gut es wäre, wenn wir alle so drauf wären wie Igel. Denn irgendwie ist es doch eher so, dass wir uns so oft von unserer starken Seite zeigen wollen. Bloß keine Schwäche zeigen! Und Verletzlichkeit schon gar nicht! Dabei könnten wir Menschen ganz anderes erreichen, wenn wir eben nicht auf cool tun oder uns stets und ständig total aufbrezeln würden, sondern so sind wie wir sind.

Auch wenn das selbstverständlich Überwindung kostet. Aber wie die Igel haben auch wir unseren ganz natürlichen Schutz: wir haben Gottes Stärke. Und die kann viel besser zum Vorschein kommen, wenn wir nicht immer mit unserer eigenen Kraft Stärke demonstrieren wollen.

Wo brüstest du dich mit deiner Stärke, was voll an deiner Kraft zehrt, obwohl du es vielleicht gar nicht bräuchtest? Gib Gott Raum durch dich zu zeigen wie mächtig er ist.

Ich bin davon überzeugt, du wirst Erfahrungen machen mit denen du nie gerechnet hättest. Denn Gott weiß es sehr zu schätzen, wenn du auch nur eine klitzekleine Kleinigkeit von dir zurückstellst und ihm Platz machst in deinem Leben.

Am Ende bleibt mir nur zu sagen: Deine Stärke ist es Schwäche zu zeigen! Denn „Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2.Kor. 12,9)

Erstellt von Sophia Dollan am 13.11.2014 um 11:31 Uhr.